Entstehungsgeschichte

egr. 1907 / BSSB 1964

Die Geschichte des Schützenvereins Siegfried Nörting beginnt mit der Vereinsgründung in der Wirtschaft von Josef König im Jahre 1907 durch sieben ehemalige Soldaten der Königlich-Bayerischen Armee. Leider sind die Namen der Gründungsmitglieder nicht überliefert. Das Vereinslokal war schon damals das Gasthaus in der Ortsmitte. Der Wirt stiftete als erstes Gewehr einen Zimmerstutzen, der 12 Mark kostete. Durch ein Wettschießen erhielt der Verein den Namen „Siegfried“. 
Das Vereinsleben kam durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Erliegen und wurde erst wieder 1919 aufgenommen. 
Auch der Zweite Weltkrieg brachte die Vereinsaktivitäten zum Stillstand. Im Herbst 1948 wurde der Verein von aus dem Krieg zurückgekehrten Dorfburschen wieder neu ins Leben gerufen, wobei wiederum der Wirt ein Gewehr zur Verfügung stellte. In den 50er und 60er Jahren veranstaltete der Schützenverein jährlich ein großes Waldfest und einen Schützenball. 
Heute ist der Verein bemüht, durch das Dorffest und andere Veranstaltungen zum Gesellschaftsleben in der Ortschaft beizutragen. Der Maibaum, der zur Verschönerung des Dorfes beiträgt, wird ebenfalls vom Schützenverein aufgestellt. 
Mit dem Heimatabend und der Fahnenweihe am 21. und 22. Juni 1969 erhielt der Verein als äußeres Zeichen der Einigkeit und Verbundenheit eine Fahne. Diese zeigt auf der einen Seite den Helden Siegfried mit dem Drachen und auf der anderen Seite die Kirche von Nörting mit ihrer Schutzpatronin, der heiligen Katharina. 
Der Einladung des Vereins folgten damals 60 Gau- und Nachbarvereine und sie trugen durch ihr Erscheinen zum Gelingen dieses großen Festes bei. Patenverein war der Schützenverein „Edelweiß“ Hirschbach-Kirchdorf. 
Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war 1982 das 75-jährige Vereinsjubiläum, verbunden mit einem Jubiläumspreisschießen, das an zwei Wochenenden stattfand. An diesem Schießen nahmen 212 Schützen von 13 eingeladenen Vereinen und das Gauschützenmeisteramt teil. 
Leider war das Vereinslokal zweimal einige Zeit geschlossen, weshalb der Schießbetrieb zeitweise bei unseren Nachbarvereinen in Kirchdorf und in Aufham durchgeführt werden musste.
Heute besitzt der Verein acht automatische Schießstände, führt Vergleichsschießen durch und nimmt mit zwei Mannschaften erfolgreich an Gaurundenwettkämpfen teil.
 Ebenso sind die Siegfried-Schützen jedes Jahr beim Gauschießen und bei der Gaumeisterschaft erfolgreich vertreten. Durch die Jungschützen ist der Verein bemüht, die Schießleistungen weiterhin zu steigern und die Zukunft des Vereins zu sichern.
 In der Schießsaison 1996 wurde eine Luftpistole angeschafft; seitdem wird eine Vereinsmeisterschaft in dieser Disziplin ausgetragen. Es hat sich an den Schießleistungen gezeigt, dass auch gute Pistolenschützen vertreten sind.
 1997 hat erstmals ein Vereinsmitglied, Andreas Graßl jun., die Qualifikation zur Teilnahme bei den Oberbayerischen Meisterschaften in Hochbrück erfüllt und dort ein gutes Ergebnis erzielt.
 Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Durchführung des Gauschießens in der Zeit vom 17. April bis 3. Mai 1998. Aus Anlass des 90-jährigen Gründungsjubiläums hat sich der Verein um die Ausrichtung dieses Gauschießens beworben und erhielt vom Sportschützengau Freising den Zuschlag. Preise im Gesamtwert von über 70.000,-- DM standen zur Verfügung. Der Wettbewerb endete mit einem neuen Rekord von 1288 Teilnehmern. Es wurde an 24 automatischen Schießständen in der Schießhalle von Vereinsmitglied Andreas Hermann geschossen. Am letzten Veranstaltungstag fanden die Finalschießen für Luftgewehr und Luftpistole statt, wobei die Disziplin Finalschießen für Luftpistole erstmals im Gau Freising durchgeführt wurde.
 Nach 1969 beteiligten sich die Siegfried-Schützen im Jahr 1998 erneut beim Oktoberfest Trachten- und Schützenzug. Mit 55 Teilnehmern vertrat der Schützenverein Siegfried Nörting den Schützenbezirk Oberbayern im BSSB.
 Im Dezember 1996 wurde das Vereinslokal Ampertaler Hof geschlossen, doch konnte der Verein im Herbst 1998 im neu erbauten Huberwirt seine neu errichtete Schießanlage im Dachgeschoss in Betrieb nehmen.
 Im April 2004 musste die Schießanlage beim Huberwirt wieder geräumt werden. Auf der Suche nach einem neuen Standort fanden wir für zwei Jahre in Kirchdorf im Café Steinberger beim Schützenverein „Edelweiß“ Hirschbach-Kirchdorf eine vorläufige Unterkunft.
 Nach Renovierung des ehemaligen Ampertaler Hofs hat unser Verein im Herbst 2006 eine neue Bleibe für die nächsten Jahrzehnte gefunden und betreibt seitdem mit dem Siegfriedstüberl auch eine eigene Gaststätte.
Vom 29. Juni bis zum 01.07.2007 wurde das 100-jährige Jubiläum gefeiert. Am Freitag begann das Fest mit der "Dragon Night", am Samstag folgte der "Bayerische Abend" und am Sonntag nahmen 50 Vereine am Festumzug teil.

 
Ortsgeschichte
 Nörting gehört zu den ältesten Dörfern des Ampertales und liegt nordwestlich von Freising zwischen Allershausen und Kirchdorf.
 Im Jahre 788 wurde Nörting zum erstenmal urkundlich erwähnt, damals hieß es „Neritinga“, das Dorf der Nerer.
 Auch Nörting blieb von Katastrophen und Kriegen nicht verschont. Die 1315 urkundlich erwähnte Kirche wurde im 30-Jährigen-Krieg niedergebrannt und bei einer Brandkatastrophe im Jahre 1830 wurde fast das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt.
Von den beiden Weltkriegen kehrten 31 Soldaten nicht mehr zurück.
 Heute ist Nörting ein schmuckes Dorf mit neugebauten Höfen, Siedlungs- und Wohnhäusern und zählt ca. 440 Einwohner.

Schützenverein Siegfried Nörting